X Architekten

Isabella Marboe / Herzblut 

 

 

„Unsere konzeptuelle Herangehensweise ist ein integrales Tool, um die
Summe aller Anforderungen unabhängig von Stilfragen in ein System zu
vereinigen und zu einem Produkt zu machen. Gute Konzepte sind immer erzählbar.“

 

Der Name ist Programm: Die Variable X steht für Offenheit für ständige Auseinandersetzung auf dem Weg zur besten Lösung. Die Faltung ist eine der Strategien für unkonventionelle Räume mit Mehrwert. Sie führte zum bis heute genialen „Sonnenfänger“, der dank einer filigranen Konstruktion und einer gefalteten Wand ein altes Mehrfamilienhaus um einen Extraraum, viel Sonne, zwei Balkone und eine Dachterrasse bereicherte. Auch das „Falthaus“ und der Kindergarten in der Solarcity verdanken ihre Besonderheit dieser Strategie. Es gibt jedoch noch etliche andere – wie das Homogenisieren, das den „Sonnenfänger“ mit einem orangen Anstrich kostengünstig in ein neues, homogenes Ganzes verwandelte. Auch das „schwarze Haus“, das außen ganz schwarz und innen ganz weiß lasiert ist, die Bar „Milli Vanilli“ und der in markante schwarz-weiße Geometrien getauchte „Eisdieler“ generieren aus Homogenität gestalterische Unbedingtheit. Extrudieren, wie beim Satteldach des „Hauses YUG“, ist eine weitere Strategie – generell spielen der Umgang mit der Landschaft und die Wege, die Architektur eröffnet, vielfach tragende Rollen. „Wir sind Teil der großen Strömungen der Architekturproduktion. Es gibt eine Wolke an Rahmenbedingungen für Architektur, dieser wollen wir eine Struktur und Form geben“, so X ARCHITEKTEN. „Unsere Rauminterpretation folgt bis zum Schluss dem Konzept. Wir fangen immer bei mehreren Möglichkeiten an und extrahieren dann in einer gemeinsamen Auseinandersetzung, welches Konzept das beste ist.“

Isabella Marboe in „Herzblut – 150 Positionen zur Architektur in und um Österreich“

Herausgeber / Volker Dienst