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RANUK 

Zu- und Umbau einer Radiotherapie- und Nuklearmedizin-Station, LKH Salzburg

Standort: Müllner Hauptstraße 48, Gebäude R1, 5020 Salzburg

Auftraggeber: SALK – Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH

Planungsdaten: Architekturwettbewerb 2015

Baubeginn: 2018

Fertigstellung: 2019

Bauwerksdaten: 715m2 Aufstockung und 316m2 Umbau

Bilder: Felix Kogler – www.felixkogler.at / SABAG GmbH

Bauweise: Bestandsmauerwerk / Stako / STB

LAGE:
Der Bauplatz für die Aufstockung befindet sich im südwestlichen Bereich des LKH-Areals an der Haupterschließungsachse – Müllner Hauptstraße – und in unmittelbarer Nachbarschaft zum dominanten Gebäudekomplex der Chirurgie West. Der öffentliche Raum weitet sich im Bereich gegenüber des Bauplatzes zu einer parkähnlichen Freifläche mit teilweise altem Baumbestand auf, umgeben von einer heterogenen Baustruktur unterschiedlichsten Alters, Größe und Gestaltung.

ERSCHEINUNG:
Die neue Bettenstation ist als eingeschossige Aufstockung auf ein bestehendes, zweigeschossiges Gebäudeensemble (R1) ausgeführt, das gestalterisch durch Zu- und Anbauten in seiner Gesamtstruktur ein eher unruhiges und ungeordnetes Gesamterscheinungsbild zeigt.
Die eingeschossige Aufstockung hat eine Länge von rund 65 Metern, eine Breite von rund 19 Metern und ruht auf dem Bestandsgebäude entlang der Müllner Hauptstraße. Der Körper kragt am westlichen Ende rund zwei Meter über den Bestand in Richtung Chirurgie West aus.
Umhüllt wird dieser Körper von einer hinterlüfteten Fassade aus bronzenen Aluverbundplatten. Aus diesen ist ein, auf dem „goldenen Schnitt“ beruhendes, Muster ausgefräst welches über die Gebäudehöhe verlaufend zur Fensterzone hin durchlässiger wird, sich vor den Fenstern größtenteils völlig auflöst und im Sturzbereich wieder sanft in Erscheinung tritt, um im Attikabereich wieder mit vollflächigen Platten zu enden.
So wird das inhomogene Ensemble der Bestandsbauten beruhigt, ein gestalterischer Bogen gespannt und eine starke, neue Identität generiert.

2.OG:
Der neue Stützpunkt befindet sich direkt gegenüber des Treppenaufgangs und ist verbunden mit einer großen Teeküche und einem Raum für Medikamentenaufbereitung. Um die Wege der Pflege zu optimieren liegen die Lagerräume (Geräte, Güter, Textilien, Transportmittel) in unmittelbarer Nähe zum Stützpunkt. Auf westlicher und östlicher Seite davon befinden sich zwei Pflegegruppen von je 12 Betten mit zugeordnetem ARU. Ein separater Entsorgungsraum befindet sich im östlichen Teil. Insgesamt gibt es zwei 4-Bettzimmer, sechs 2-Bettzimmer und vier 1-Bettzimmer auf der Normalstation. Jedes Zimmer hat einen eigenen Sanitärbereich.
Westlich vom Haupttreppenhaus befinden sich ein Personal-WC und die Besucher WCs. Jeweils ein Personal- und ein Besucher-WC sind rollstuhlgerecht ausgeführt.
Im Osten befinden sich noch ein Untersuchungsraum, ein Laserraum, der IT-Raum in welchem ein Server situiert wird, ein Personal WC und der Aufenthaltsbereich für Patienten und Besucher.
Der bestehende Durchgang vom R1 ins östlich gelegene G3 Gebäude wurde ebenfalls aufgestockt. Dieser Durchgang wird ausschließlich als Fluchtweg genutzt und durch eine Brandschutztür mit Zutrittsbeschränkung getrennt. Die Höhendifferenz von ca. 0,5m wird mit einer gangbreiten Rampe überwunden.
Am westlichen Ende des Neubaus befindet sich die ‚Aktive Zone‘ mit drei Einbett-Zimmern mit und zugehörigem Sanitärbereich. In diesem Bereich befindet sich der Applikationsraum, ein eigener kleiner ARU, eine Umkleide für die Patienten, eine Teeküche und ein Entsorgungsraum in welchem auch kleinere Gegenstände sowie Abfälle gemessen und gegebenenfalls gelagert werden können zum Abklingen. Abgetrennt ist dieser Bereich durch eine Tür welche mit einer Zutrittskontrolle versehen ist. Direkt dahinter ist eine Nische mit dem Hand-Fuß-Kleidermonitor und einem Handwaschbecken.  Zwischen den Nutzräumen und dem Vorbereich der Zimmer wird keine bauliche Trennung vorgenommen, aber es gibt eine ‚rote Linie‘ welche die Schleuse vom hochaktiven Bereich trennt. An dieser Line befindet sich Platz für Schutzkleidung zu deponieren.
In diesem Teil befindet sich auch das neue Fluchttreppenhaus welches vom OG2 zum EG durchgesteckt ist mit einem Ausgang in Richtung CW.

1.OG:
Der umgebaute Bereich ist der Nord-Süd verlaufende Gebäudeteil im Westen des R1 Gebäudes. Die frühere Bettenstation sowie die aktive Zone werden mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen, Büros und Bereitschaftszimmern neu genutzt. Das Primariat-Büro inklusive Vorzimmer und Bad bleiben bestehen. Statt Waschküche und Textildepot gibt es einen Powernapping-Raum für das Personal. Gangseitig ist hier die Rohrpost situiert. Diesem gegenüber befindet sich das Chef Sekretariat und eine Garderobe mit Duschbereich für das Personal. Im Nordwesten ist das Leitungsbüro der Pflege. Das Fluchttreppenhaus hat keine Anbindung auf diesem Geschoss. Die zwei südlich gelegenen Räume sind zu einem großen Technikraum zusammengefasst, welcher die Versorgung des OG2 übernimmt.
Insgesamt werden dem Bereich Radiotherapie zwei Bereitschaftszimmer und drei Ordinationen zugeordnet, sowie das Ersatzbüro für den weggefallenden Raum im EG.
Die Radiodiagnostik hat ein Büro mit einem Arbeitsplatz und drei Büros mit je zwei Arbeitsplätzen sowie zwei Bereitschaftszimmer.
Im Südlichen Teil gibt es noch einen weiteren Serverraum und ein rollstuhlgerechtes Personal-WC.

Patientenzimmer:
Die Zimmer sind farblich einladend hell gestaltet. Das niedrige Parapet (in den Zimmern der Sonderklasse) ermöglicht eine Aussicht vom Bett ins Freie und dient als wohnliche Sitzgelegenheit. In den ‚Heißen Zimmern‘ ist ein Parapet von 1,20m notwendig um die Strahlung zur Straße hin abzuschirmen.
Um die Behaglichkeit zu steigern sind sämtliche medizinische Anschlüsse, sowie Raum und Behandlungslicht im Möbel hinter dem Bettende (s. Bild) integriert. Der Patientenschrank ist jeweils vom Vorraum aus erreichbar.
Die Möbel der Sonderklassezimmer sind in Holzoptik gehalten, hinter dem Betthaupt befindet sich ein erfrischendes Waldbild. Lounge Sessel mit Leselampe schaffen einen zusätzlichen Bereich im Zimmer. Die Wände und Verkleidungen des Vorraums sind im Farbton „orchidee“ akzentuiert. Die Allgemeinklassezimmer sind in ruhigen, hellen Beige- und Grautönen gestaltet.