
Standort: Gleinzerstr. 74, Frauental, Stmk
Auftraggeber: Familie Oswald
Planungsdaten: Direktauftrag 2003
Planungsbeginn: 2003
Baubeginn: 2004
Fertigstellung: Jänner 2008
Nutzfläche: 167,6 m²
Bebaute Fläche : 184 m²
Konstruktion : Mauermassenbau
Fotos: Lorenz Prommegger
Aufgabenstellung
Ein Zubau an das Elternhaus im ländlichen Bereich passt sich in die d örflichen Strukturen
ein und erfüllt den Wunsch einer Familie mit zwei Kindern nach einer modernen Wohnform
mit einem lichten und offenen Raumerlebnis, Bezug zur Landschaft und Integration von
Freiflächen.
Lage
Das Haus erstreckt sich auf einem lang gestreckten Grat eines Hügels und öffnet sich nach
Südwesten zur Landschaft. Es passt sich der Topographie der Landschaft an und bildet im
Ensemble eine geschützte Hofsituation aus.
Konzept
Das Südsteirische Bauernhaus zeichnet sich durch ein asymmetrisch aufgesetztes, einseitig
weit auskragendes Giebeldach aus. Einer Zone, die dem Bauern einen wettergeschützten
Bereich zum Arbeiten bot. Eine moderne Interpretation des Stadels nimmt die Idee des archetypischen Daches auf und übersteigert das Thema in dem Maße, dass die
Auskragung sich nach Südwesten zur Landschaft hin zieht und eine großzügige Terrasse überdacht. Straßenseitig kragt das Gebäude selber aus dem Hang und bildet eine überdachte Eingangszone aus. Im Hof ermöglicht der Dachüberstand einen
wettergeschützten Umgang und Übergang zum elterlichen Wohnhaus. Die Topographie und
Lage werden auch in der Organisation des Grundrisses thematisiert. In einem langen und
schmalen Grundriss werden die Räume an einer offenen Erschließungszone gereiht. Der
Koch- und Essbereich öffnet sich nach Südwesten mit einem Höhensprung zum
großzügigen Wohnbereich, der fließend in die überdachte Terrasse übergeht.
Umsetzung
Die differenzierte Formulierung der Fassaden trägt die Idee des Hauses nach Außen. Im
Inneren geschützt und geborgen sind die Flächen zur Straße hin geschlossen und werden
nur zur Belichtung der Erschließungszone durchbrochen. Zur Terrasse hin löst sich die
horizontal verschalte Fassade aus Lärche auf, sie wird transparenter und es bleibt Sichtund
Wetterschutz. Im Innenhof wechseln verputztes Mauerwerk und raum- hohe Öffnungen, die den direkten Zugang von jedem Raum zum Garten ermöglichen. Für das
Dach war eine transluzente Deckung aus Kunststoffwellplatten geplant. Der Dachraum hätte
ein Gewächshaus für den Gemüseanbau werden sollen. Diese Idee wurde vom örtlichen Bausachverständigen der Gemeinde nicht unterstützt. Ausgeführt wurde das Dach mit einer
transparenten Laterne, die den Lichteinfall in die Wohnbereiche und die hofseitige Überdachung lenkt. Die silbergraue Bewitterung der Fassade wird die Qualität der
harmonischen Einfügung in die ländliche Umgebung mit der Zeit unterstützen.
Text: x architekten