X Architekten

Carta von Ranshofen 

Umbau und Restaurierung des Pfarrhofgebäudes der Pfarre Ranshofen, OÖ

Standort: Wertheimerplatz 4, 5282 Braunau, Oberösterreich

Auftraggeber: Diözese Linz

Planungsdaten: Auswahlverfahren 2009

Planungsbeginn: Mai 2009

Fertigstellung: Sommer 2012

Konstruktion: Historisches Mauerwerk, Gewölbe

Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen:
Die historischen Wände des Pfarrhofes in Ranshofen wurden außen und innen bis zum Fundament freigelegt, die Fundamente abgedichtet und im Außenbereich mit einer zeitgemäßen Drainagierung vom angrenzenden Erdreich entkoppelt. In weiterer Folge wurden sämtliche Innenflächen der Wände vom bestehenden Putz befreit und mit einem reinen Kalkputz neu verputzt und anschließend mit Kalkfarbe gemalt. Der gesamte Fußbodenaufbau wurde neu eingebracht, eine Fußbodenheizung und begleitend dazu im Sockelbereich der Außenwände eine Sockelheizung eingelegt. Der Fußbodenaufbau endet ca. 10 cm vor den Mauerwerken. Der dadurch entstehende Spalt dient dazu, unter der Bodenplatte aufsteigende Feuchtigkeit nicht ins Mauerwerk gelangen zu lassen. Diese „Verdunstungsrinne“ bildet zusätzlich eine Hinterlüftung für die Mauerwerkshälse und wurde mit Rundkies aufgefüllt.

Im Eingangsbereich wurde der vorher sorgfältig demontierte Adneter Marmor wieder eingebaut, im Kreuzgang wurden Solnhofer Platten verlegt. Die Räume rund ums Pfarrcafe und die Kanzlei bekamen eine zeitgemäße Betonspachteloberfläche.

Sämtliche Fenster im Erdgeschoß wurden durch Kastenstockfenster ausgetauscht. Die hofseitige Außenseite wurde neu verputz und gemeinsam mit der platzseitigen Fassade neu gemalt.

Innenraumgestaltungskonzept:

Entsprechend Carta von Venedig: „Wenn es aus ästhetischen oder technischen Gründen notwendig ist, etwas wiederherzustellen, von dem man nicht weiß, wie es ausgesehen hat, wird sich das ergänzende Werk von der bestehenden Komposition abheben und den Stempel unserer Zeit tragen. Anzustreben ist eine klare Ablesbarkeit Zwischen Originalbauteilen und späteren Additionen.“

Die Möblierungen werden von den Bestandswänden abgerückt in die Raummitte gestellt. Dies hat einen positiven Effekt auf eine bessere Austrocknung des Mauerwerks. Die neuen Möblierungen wirken wie Kisten die im Raum stehen und sind in Holz gehalten. Sämtliche Türen werden als „vorgehängte Scheiben“ ausgeführt um die verschiedenen Maueröffnungen erhalten zu können und trotzdem ein homogenes Erscheinungsbild der Türen zu erlangen.